Katharina Micheler

Katharina Micheler veröffentlichte ihr Kochbuch "Kriegskost" 1915. In Zeiten der Lebensmittelknappheit nach dem Ersten Weltkrieg, als Millionen Deutsche auf Steckrüben angewiesen waren, versuchte die Reichsregierung, der Bevölkerung fleischlose Kost schmackhaft zu machen. Michelers 70 Seiten starke "Anleitung zu zeitgemäßem Kochen", erschienen im Dießener Joseph Huber Verlag, sollte Frauen zu Sparsamkeit anhalten. Am Ammersee, der Heimat der Autorin, herrscht in dieser Zeit noch weniger Not als in den Großstädten. Micheler setzt auf Gemüse, Rüben und Kraut oder Kartoffeln. Brot wird mit Kartoffeln gestreckt, Milch mit Wasser verdünnt. Weil Kaffeebohnen fehlen, kocht sie Kaffee aus geröstetem Getreide, Feigen oder Nüssen. Wäre es freiwilliger Verzicht, könnten einige Rezepte auch heute in den Zeitschriften stehen. Ungewohnter sind die Rezepte mit Blut: Um fleischlose Zeiten zu überbrücken, kommt Blut etwa in Semmelkuchen oder Gemüsepudding.